Loading...
WOHNEN IM KLOSTERGRUND2017-06-12T11:19:41+00:00

Project Description

Städtebau

Die Leitidee des Konzeptes ist eine Gruppierung der städtebaulichen Struktur um eine ortstypische quartierbezogene Grünfläche, die das neue Wohnquartier zentral gliedert. Dieser zentrale Anger wirkt positiv und adressbildend auf das Image und die Qualität der gesamten Siedlung. Der Verbindungspunkt zwischen Anger und Ortsmitte bildet ein kleiner Quartiersplatz mit Baumcarré und geeigneter baulicher Sondernutzung. Grundlage des städtebaulichen Entwurfs ist eine Zeilenbebauung parallel zum Bach, die konsequent  nach Süden ausgerichtet ist. Im Norden des Quartiers entlang der S-Bahn als Reihenhäuser konzipiert, werden die Zeilen zum Süden hin weiter aufgelockert bis hin zu freistehenden Einfamilienhäusern.  Die geometrisch einfach wirkende Zeilenstruktur wird durch eingestreute Doppelhäuser, deren Hauptachse um 90 Grad gedreht sind, aufgelockert. Hierdurch wird eine besondere räumliche Komplexität und Spannung entwickelt.

Die zweigeschossige Reihenhausbebauung im Norden des Grundstücks dient auch als Auftakt und räumliche Kante für das neue Wohngebiet. In Verbindung mit den Doppelhäusern und den Kettenhäusern bilden sie kleinere städtische Quartiere nördlich des Angers. Zur Degerser Straße bilden hinter einem Grüngürtel Reihen- und Doppelhausensembles eine aufgelockerte räumliche Kante, die der gegenüberliegenden Bebauung angemessen ist. Innerhalb dieser räumlichen Kante ist der Quartiersplatz vorgesehen. Südlich der linearen Freifläche bilden freistehende Einfamilienhäuser lockere Gebäudegruppen. Die Bebauungsdichte wird mit freistehenden Häusern am Wennigser Mühlbach weiter reduziert, um die Ausgestaltung des Fuß- und Radweges als verbindendes Element zwischen Quartier und Ortsmitte zu stärken. Die Aufteilung der Bebauung in verschiedene Baufelder ermöglicht eine Realisierung in verschiedenen Bauabschnitten hinsichtlich der weiteren Nutzung der Kleingartenkolonie bis 2015. In dem neuen Wohnquartier werden verschiedene Haustypologien angeboten, die den unterschiedlichsten Zielgruppen innovative Wohnformen ermöglichen. Die Reihen- und Kettenhäusern sind für junge Familien, Alleinerziehende, Singles und Paare ohne Kinder ebenso ideal, wie für ältere Ein- und 2 Personenhaushalte. Südlich des Angers werden hauptsächlich Familien mit höherem Etat leben können und Familien, die mit mehr als drei Generationen als flexible Wohnform mit Grundstücksteilung zusammen wohnen möchten. Die Gestaltung der Häuser ist auf das wesentliche konzentriert: puristisch und gradlinig. Eine zeitlose Architektur, die ein Höchstmaß an Individualität und Flexibilität bietet.

Grünräume

Der Mühlenbach als südliche Begrenzung des Wohngebietes und historische Entwicklungslinie des gesamten Ortes vom Kloster bis zum Naturbad wird auch in diesem neuen Teil Wennigsens als Entwicklungslinie aufgenommen. Der innerörtlich bereits umgesetzte Wunsch, den Bach mit Fuß- und Radweg zu begleiten, wird aufgenommen und als neuer Weg entlang des Wohngebietes aus dem Ort in die Landschaft geführt. Darüber hinaus verbindet der Weg überregional mit dem Deister. Betont wird der bachbegleitende Weg durch die Pflanzung von Kopfweiden, wie sie im Ort und in der Landschaft typisch sind. Nördliche Begrenzung des Wohngebietes ist die Bahnlinie mit dem modellierten Lärmschutzwall. Der Wall wird mit einheimischen, landschaftstypischen Sträuchern und Baumgruppen bepflanzt. Ein Weg führt auf der Südseite des Walls in West  Ostrichtung am Wohngebiet vorbei und verbindet das Gebiet mit dem Bahnhof im Westen und der Landschaft im Osten.

Die westliche Grünfläche an der Degerser Strafle vermittelt zwischen Straßen- und Wohngebietsniveau. Erdmodellierungen schaffen gleichzeitig Abstand zur Straße sowie die Verbindung zum Ort. Baumreihen flankieren beidseitig die Grünfläche in nord-südlicher Richtung und bilden einen durchlässigen Filter zur stark befahrenen Degerser Strafle. Ein Weg führt aus südlicher Richtung bis zum nördlichen Übergang zur Bahnhofstraße. Den östlichen Rahmen des Wohngebietes bildet ein Grüngürtel aus Sträuchern und Baumgruppen, der sich an den markanten Stellen als Fenster zur Landschaft öffnen und die Verbindung herstellt. Zentraler Grünraum des Gebietes ist der grüne Anger, der durch das städtebauliche Raster entsteht und als gemeinschaftlich nutzbare Aufenthaltsfläche freigehalten wird. Der westliche Abschluss des Angers bildet ein maßstäblicher, baumbestandener Platz, der als Versammlungsort und Treffpunkt dienen kann. Ein Weg leitet von dort aus weiter in den Ort. Die kleinteilige Grünstruktur der Wohnbebauung, die bereits in der ehemaligen Kleingartenkultur gebietsprägend war, bleibt im Grundsatz erhalten. Hecken gliedern das Baugebiet und schaffen eigenständige, private Räume. Zugleich geben sie dem Wohngebiet eine verbindende Struktur als Kontrast zu den verschiedenen Haustypologien, Wohnformen und Privatsphären. Die landschaftliche Rahmung des Wettbewerbsgebietes steht im formalen Kontrast zu den Grünstrukturen innerhalb des Gebietes. Lineare Baumpflanzungen entlang der Verkehrserschließung durchbrechen den landschaftlichen Rahmen und verbinden das Wohngebiet mit den benachbarten Siedlungsstrukturen. Die Hecken der Grundstücke unterstreichen dieses Motiv. Durch die Wahl eines kleinkronigen, einheimischen Laubbaumes als Straßenbaum wird begrünt, ohne die Gebäude zu stark zu verschatten.

Wegenetz

Die Erschließung des neuen Wohngebietes leitet sich zum einen aus der benachbarten Siedlungsstruktur Wennigsens ab, zum anderen aus der bisher hier vorhandenen Kleingartenstruktur, bzw. dem geplanten städtebaulichen Raster. Die Erschließung unterteilt sich in zwei unterschiedliche Kategorien: Straßen erschließen als Wohn- bzw. Spielstraßen das Wohngebiet für den PKW  Verkehr, für die Andienung, Belieferung und Entsorgung. Es gibt zwei Zufahrten zum Wohngebiet, um hohe Flexibilität zu gewährleisten. Die Straßenbreite beträgt 4,75m, mit einem 2m breiten Grünstreifen und einem 2m breiten Gehweg. Lediglich die Straße am grünen Anger verzichtet auf den Gehweg, der dort parallel im Anger geführt wird. Innerhalb der straßenbegleitenden Grünflächen werden die geforderten 10% öffentliche Ergänzungsstellflächen untergebracht. Fuß- und Radwege erschließen als zweite Wege-Kategorie zusätzlich zu den Straßen das Raster der Siedlungsstruktur. Die Fuß- und Radwege führen vorrangig in Nord  Südrichtung, dem natürlichen Geländegefälle folgend, auf den Mühlenbach zu, im Gegensatz zur Straßenerschließung, die hauptsächlich in West  Ostrichtung verläuft. Wegebegleitend sind offene, modellierte Entwässerungsmulden angeordnet, die landschaftlich gestaltet zum Mühlenbach führen und hier das anfallende Regenwasser der Straßen übergeben.

Energetisches Konzept

Eine nachhaltige und energieeffiziente Baulanderschließung erfordert eine konsequente Südausrichtung der Gebäude, wie sie in diesem Entwurf enthalten ist. Die Gebäude ermöglichen somit in Verbindung mit einer guten Zonierung der Grundrisse die aktive und passive Nutzung der Solarenergie. Die Häuser sollen technisch und konstruktiv so ausgestattet werden, dass sie mind. die Voraussetzungen für KfW-Effizienzhaus 55 erfüllen. Jedes Haus wird mit einem ganzheitlichen Haus-Technik-Konzept für Heizung, Lüftung und Kühlung ausgestattet. Das integrierte System kombiniert die Funktion der Fußbodenheizung mit der Kühlung und  beinhaltet gleichzeitig eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung  ebenfalls über den Fußboden. Heizkörper und Lüftungsleitungen entfallen hierdurch. Durch die kontrollierte Lüftung werden Schimmelpilze und Bauschäden durch kontinuierliche Abfuhr von Feuchte und Schadstoffen von vornherein verhindert. Als Wärmequelle werden Wärmepumpen vorgesehen. Durch die Südausrichtung der Häuser ist eine aktive, verschattungsfreie Solarenergienutzung durch Solarthermie oder Photovoltaik möglich. Durch diese Maflnahmen reduziert sich der CO2-Ausstoß der Häuser erheblich.

MEHR PROJEKTE